Donnerstag, 17. April 2008

AGOF IV/2007

Die aktuellsten AGOF-Zahlen stehen auch endlich bereit. Keine Ahnung, warum die immer solange brauchen, bis sie endlich da sind.

Zur AGOF: Diese Zahlen zeigen an, wieviele unterschiedliche Nutzer pro Monat ein Portal aufgesucht haben. Es spielt also keine Rolle, wie oft ein Nutzer das Angebot ansurft, sondern nur, wieviele Menschen es insgesamt nutzen. Das sind die Unique Visitors. Im Prinzip ist die AGOF-Zahl also die Auflage eines Onlinemagazins, wenn man so will. Spitzenreiter bei der Auswertung ist das Angebot von T-Online mit 15 Millionen Unique Visitors.

Apropos Unique Visitors. Dieses Wort benutzen viele Magazine unterschiedlich. Für manche sind die UV die Besucher, die innerhalb von 24 Stunden wiederkommen. Für andere sind es eben diejenigen, die innerhalb eines Monats kommen. Die bessere Definition ist die letztere finde ich, das andere sind nämlich Visits. Erwähnenswert ist es deshalb, weil viele Magazine willkürlich Zahlen irgendwie betiteln, und das dann meistens falsch. Deswegen sollte man sich im Idealfall bei konkreten Unique Visitor Zahlen nur an offiziellen Zählungen der AGOF orientieren.

Spielemagazine in der AGOF:

  1. Spieletipps: 1.350.000
  2. 4Players: 960.000*
  3. Gamestar: 830.000
  4. PCGames: 660.000*
  5. Onlinewelten: 640.000*
  6. Buffed: 600.000*
  7. Gameswelt: 490.000
  8. ComputerBildSpiele: 280.000
  9. Gamezone: 270.000
  10. Gamepro: 230.000
  11. PCGames Hardware: 180.000
  12. Areagames: 120.000
  13. Videogameszone: 80.000
  14. PCAction: 80.000

Nun sind die Zahlen an und für sich noch recht schwer zu deuten, weil 4Players, Onlinewelten, PCGames und Buffed ihr Netzwerk einrechnen. Den Vogel schießen PCGames mit Seiten wie lachschon.de und Onlinewelten mit Animexx.de ab, die mit Computer- oder Videospielen ja mal rein gar nichts zu tun haben. Laut Alexa macht Animexx 70% des Onlinewelten-Traffics aus. Ob man die Zahl auch auf die Unique Visitors umrechnen kann, ist natürlich eine andere Geschichte. Es zeigt aber sehr deutlich, daß das Onlinewelten-Magazin doch sehr, sehr klein ist.


Sehr stark sind die Zahlen von Spieletipps.de, die es ohne Netzwerk auf den ersten Platz schaffen. Da steckt sehr viel Google-Optimierung dahinter, die Jungs haben da viel Aufwand reingesteckt, der sich jetzt auszahlt. Dennoch sollte man bei einer Buchung vorsichtig sein, im Cheatbereich zu werben ist jedenfalls nicht sonderlich lukrativ, da dort die Klickraten eher schwach sind (weil es die User nicht interessiert). Dort also lieber auffällig im Magazinbereich werben.

Recht problemlos empfehlen kann man Gamestar und Gameswelt. Die tricksen, soweit man das beurteilen kann, nicht mit den Zahlen. 4Players und PCGames würde ich ohne Netzwerk jeweils zwischen den beiden einordnen, die sind also auch ohne den uninteressanten Überhang immer noch ziemlich groß. Onlinewelten fliegt raus, weil eine Anime-Community sich nicht für Spielewerbung interessiert.

Meine Buchungsliste nach diesen Zahlen sähe so aus:
  • Spieletipps.de (Magazinteil, NICHT Cheatbereich!)
  • Gamestar.de
  • 4Players.de (ohne Netzwerk)
  • PCgames.de (ohne Netzwerk)
  • Gameswelt.de

Dienstag, 15. April 2008

IVW, 03/08

Es gibt wieder neue IVW-Zahlen. Ohne große Vorrede...

Magazin - Visits - PI (sortiert nach Visits)

  1. Buffed - 13.042.695 - 96.933.015*
  2. Spieletipps.de - 6.613.175 - 66.140.683
  3. OnlineWelten - 5.928.959 - 114.238.336*
  4. GameStar - 4.632.805 - 24.264.010
  5. pcgames.de - 3.177.987 - 24.907.445*
  6. Gamona - 2.681.012 - 13.903.756*
  7. gamigo.de - 1.519.626 - 9.867.931*
  8. Gameswelt - 1.463.825 - 7.062.091
  9. gamezone.de - 1.005.929 - 3.954.928
  10. GamePRO - 888.503 - 4.030.571
  11. Videogameszone - 384.106 - 2.852.293

Auch bei der IVW geben manche Magazine ihre Netzwerke mit an und verwässern damit das Gesamtergebnis. Seit kurzem sind die Magazine immerhin gezwungen, ihre Netzwerke als User-generierte Inhalte zu markieren und nicht mehr als redaktionelle Inhalte. Das hat den Vorteil, daß man zumindest ein wenig einschätzen kann, welchen Anteile Fanseiten und Co. haben. Ohne die nutzergenerierten Inhalte sähe die Liste so aus:

Magazin - PI in Mio (redaktionelle Inhalte)

  1. Spieletipps - 60,1 Mio
  2. Buffed - 32,5 Mio
  3. GameStar - 19,3
  4. OnlineWelten - 13,7
  5. pcgames.de - 10,2
  6. Gameswelt - 6,7
  7. Gamona - 6,4
  8. gamezone.de - 3,3
  9. GamePRO - 2,4
  10. Videogameszone - 2,1

*gamigo.de: Wird noch immer falsch ausgewiesen, deswegen nicht in der Liste vertreten.

Richtig interessant ist dann aber noch ein letztes Feature, und zwar die Aufdröselung des redaktionellen Inhalts. Klickt man bei der Ausweisung darauf, kann man erkenne, wo die Page Impressions generiert werden. Dabei wird in die Kategorien "Homepage", "Computer, Telekommunikation und Consumer Electronics", "Unternehmenskommunikation", "Newsletter" und "Sonstiges (monothematisch)".

Die Kategorie Homepage ist dabei die interessanteste, denn sie zeigt, wieviel Traffic auf der Startseite entsteht. Das ist oftmals ein guter Indikator für die Größe der Magazine. Natürlich ist es nicht immer voll repräsentativ, weil viele Seiten ihren Traffic auch über Google bekommen. Aber es drückt doch in manchen Fällen sehr deutlich aus, wie klein die Portale gegenüber den riesigen Netzwerken sind und warum in dem Fall Werbung auf dem Portal nur in bestimmten Fällen sinnvoll ist.

Magazin - PI (redaktionelle Inhalte, Kategorie: Homepage)

  1. Buffed - 10.400.000
  2. GameStar - 4.100.000
  3. Spieletipps - 3.400.000
  4. pcgames.de - 1.400.000
  5. Gameswelt - 1.100.000
  6. gamezone.de - 650.000
  7. OnlineWelten - 169.000
  8. Gamona - 113.000
  9. Videogameszone - 67.000

*gamigo.de, gamepro.de: Weisen diesen Wert offensichtlich falsch aus, deswegen nicht in der Liste vertreten

Man sieht also doch sehr deutlich, daß Magazine wie Gamona.de und Onlinewelten.com eigentlich vergleichsweise klein sind, wenn man diese mit den durchaus ansehnlichen Netzwerkzahlen vergleicht. Bei anderen Seiten wie Spieletipps, Gamestar, PCGames oder Gameswelt ist der Verlust durch solche Rechenspiele deutlicher geringer. Das zeigt, daß die Magazine hoch genug frequentiert werden.

Montag, 14. April 2008

IVW-Zahlen I/2008

Auch wenn es hier prinzipiell ums Online-Marketing gehen soll, möchte ich mich dem Printmarkt nicht verschließen. Viele von euch werben sicher auch in den Heftchen, insofern ist eine Analyse doch sicher auch recht interessant.


Die Zahlen im einzelnen: (Vergleich I/08 mit I/07)
Bravo Screenfun: 29.704 (-57,5% / -40.170 Exemplare)
Computer Bild Spiele: 334.391 (-19,3% / -79.928 Exemplare)
GameStar: 187.281 (-25,2% / -62.932 Exemplare)
GamePro: 42.767 (-15,6% / -7.909 Exemplare)
Game Master: 49.926 (-30,4% / -21.835 Exemplare)
PC Action: 53.505 (-24,3% / -17.215 Exemplare)
PC Games: 140.364 (-24,9% / -47.906 Exemplare)
PC Games Hardware: 83.908 (-13,0% / -12.576 Exemplare)
SFT: 185.534 (-17,7% / -39.892 Exemplare)

Interessant daran ist, daß mal wieder alle verlieren und das dann auch noch in ziemlich großen Größenordnungen. Obwohl die CBS noch auf Platz 1 liegt, dürfte Springer da bald die erste Reißleine ziehen. Das Magazin ist viel zu teuer in der Produktion, als daß sich das rechnen könnte. PCGames und Gamestar fallen unter die Grenzwerte von 150.000 bzw. 200.000. Das ist immer noch sehr viel, aber doch schon nur noch die Hälfte als noch 2000. Das ist imo schon heftig.

Die PCAction fällt auch fast in die Bedeutungslosigkeit, nur noch 50.000 Stück ist wirklich kaum noch der Rede wert. Umso ärgerlicher für Computec, weil der Onlineauftritt eine Katastrophe ist. Und die Screenfun? Ja, nicht mal mehr der Rede wert. Die wird sich wohl in den nächsten Wochen von selbst auflösen, neue Redaktion hin oder her. Bei der Zielgruppe ist es halt einfach schwer. Und so verschwindet das zweite Bauer-Heft vom Spielemarkt, die eGames hat es ja schon zuvor getroffen.

Mittwoch, 2. April 2008

Willkommen

Hallo und willkommen auf meinem Marketing-Blog! Hier soll sich in Zukunft alles um das Thema "Klassisches Online-Marketing im Videospielebereich" drehen. Ich werde zunächst einmal Webseiten analysieren, Tipps geben, wo man werben sollte und wo nicht, über Fehler aufklären, die gemacht werden.

Ich möchte euch nun in aller Kürze erklären, warum die Welt gerade diesen Blog braucht.

Warum dieser Blog?
Als Marketing-Manager bei einem internationalen Spielepublisher habe ich tagtäglich mit Webseiten und deren kruden Zahlen zu tun. Millionen von Page Impressions, Unique Visitors, Hits, Visits ... AGOF, Alexa, IVW, Google Analytics ... mit Netzwerk oder ohne, mit User-generierten Inhalten oder nicht, mit Browserspielen oder nicht. JEDER schreibt etwas anderes, sagt etwas anderes, macht irgendwas anders. Es wird geschummelt, gemauschelt, getrickst, immer mit dem einen Ziel, größer zu sein als der andere.

Als Produktmanager oder PR-Manager kann man bei diesen Zahlen schon durcheinander kommen. Immer wieder höre ich von Kollegen, daß die Zahlen intransparent sind, man nicht so recht weiß, wo man die Werbung schalten sollte, wen man auf Events einlädt und auf wen man verzichten kann. Früher war es einfacher. Da gab es nur Print, da war die Verteilung einfacher. Auch da wurde mitunter getrickst, aber die Möglichkeiten waren doch deutlich beschränkter. Das ist heute anders.

Weil ich selbst jahrelang viel zu wenig Einblick in diese Thematik hatte und genau weiß, wie schwer es ist, in diesem Bereich auf dem Stand der Dinge zu sein, soll dieser Blog ENDLICH Aufschluss geben. Es geht mir nicht um den privaten Vorteil, ich werde nicht bezahlt noch strebe ich das an. Mein Gehalt ist gut, ich kann man nicht beklagen. Mir geht es darum, Kollegen innerhalb der eigenen Firma, aber auch von anderen Unternehmen zu zeigen, wo wie getrickst, damit alle von euch in Zukunft die Tricks kennen. Das führt dann, so hoffe ich es jedenfalls, langfristig gesehen irgendwann zu mehr Ehrlichkeit, zu transparenten Zahlen, kurzfristig aber zumindest dazu, daß innerhalb der Branche besser gearbeitet werden kann.

Wer bist du?
Die Frage aller Fragen. Aufgrund der Thematik und der vielen, vielen Euros, die in der Online-Branche erwirtschaftet werden, möchte ich meinen Namen lieber nicht preisgeben. Nicht, daß ich Angst um meinen Job hätte. Da ich aber hier durchaus bereit bin, ordentlich zu kritisieren, könnte ich bestehende Geschäftsbeziehungen im schlimmsten Fall verschlechtern, zumindest würde das einiges beeinflussen. Da man gerade in diesem Bereich viel in direkten Gesprächen erfährt, möchte ich natürlich verhindern, daß mir diese Informationsquelle versiegt.

Was ich sagen kann: Wie bereits erwähnt, arbeite ich in der Marketingabteilung eines bekannten internationalen Spielepublishers. Ich bin Mitte 30, habe BWL in München studiert und arbeite schon seit mehreren Jahren in der Branche. Wer mich kontaktieren will, darf das gerne unter publisher_blog@live.de

Und nun viel Spaß bei der Lektüre!