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Sonntag, 20. Juli 2008

Deplatzierte Werbung & Werbung in Foren

In den letzten Tagen ist es mir vermehrt aufgefallen wie schlecht manche Spiele beworben werden. Nicht etwa weil das Budget fehlt, im Gegenteil. Schlecht beworben werden sie weil einfach die falsche Werbeform gewählt wird. Wie das? Ich möchte es an zwei derzeit laufenden Kampagnen anhand einiger Beispiele erklären.

Nehmen wir die Battlefield: Bad Company-Kampagne her. Die gibt es in zwei Ausführungen. Variante 1 besteht aus dem überbreiten Skyscraper und einem Leaderboard. Dieses Format kann aber kaum ein deutsches Magazin einbauen, spontan fallen mir nur 4Players.de, Spieletipps, Eurogamer.de und PCgames.de ein die das recht problemlos einbauen könnten. Oder man zerstört den Seitenrand ein wenig und klatscht die komplette Homepage an die linke Seite um rechts die Werbung auszuliefern. Wie sowas ausschaut sieht man derzeit bei K-Videogames. Nicht schön aber immerhin noch einigermaßen praktikabel.
Variante 2 der Kampagne beesteht aus Content AD und Leaderboard. Das sollte eigentlich auf so gut wie jedem deutschen Portal laufen mag man meinen. Dennoch schaffen es einige die Werbung so dilettantisch einzubauen, daß sie den Rahmen der Website sprengt. Man sieht es bei Areagames oder K-Videogames in den Bildern weiter unten. Jeweils überlappt hier die Werbung den Rand der Seite. Mal nach außen, was weniger problematisch ist (KVG). Und mal nach innen, was Inhalte überdeckt und daher schon mehr als unschön ist.


Ein ähnliches Phänomen gibt es bei der Metal Gear Solid-Kampagne von Konami aus. Ebenfalls ein Sonderwerbemittel bestehend aus Leaderboard, Skyscraper und einem Layer AD. Auch das kann nicht jede Seite einbuchen weil das Seitengerüst dafür nicht ausgelegt ist. Eingebucht wird es trotzdem mit aller Gewalt, völlig egal wie bescheuert die Seite danach aussieht. Als Branding geht es aber plötzlich trotzdem auch, allerdings offenbar nur bei Gamezone.de. Dort läuft kurzerhand aber der Google-Banner weiter obwohl man sich bewusst sein müsste, daß man das Logo des Spiels damit verdeckt. Wer mit Metal Gear nichts anfangen kann der wird auf diese Werbung nicht klicken.


Ein anderes Thema ist die Anzeige von Werbung in Foren. Das allein ist ja schon ein Thema worüber man streiten kann. Sicher ist aber, daß die Klickraten in Foren recht niedrig sind und dadurch oftmals nichtmal einen niedrigen TKP rechtfertigen. Ob die Leser des indiablo.de-Forums auf die Alone in the Dark-Werbung (die zudem noch im popeligen 468x60 Format erscheint) von Atari klicken werden kann bezweifelt werden. Das affinste Publikum sind Rollenspieler jedenfalls nicht unbedingt.



Auf der Wie binde ich Werbung auf die schlimmste Art und Weise ein-Skala erhält gamona übrigens meine vollsten 10 Punkte. Nicht nur, daß man für Werbekampagnen das komplette Layout über den Haufen schmeist und die Navigation irgendwo versteckt. Das war erst bei der Bourne-Kampagne so und ist mit der bereits erwähnten Metal Gear-Kampagne ähnlich. Nein man setzt dem ganzen noch die Krone auf indem die Werbung auch noch im Forum läuft. gamona weiß wie sie ihre letzten übrig gebliebenen Leser noch verjagen. Und ob Konami wirklich will, daß die Kampagne im Forum auf diese Art und Weise läuft... das kann man nur bezweifeln.


Was ist also die Quintessenz dieses Beitrags? Sonderwerbeformen sollten nur da eingesetzt werden wo sie auch wirklich funktionieren. Betreiber tun sich keinen Gefallen, wenn sie solche Kampagne annehmen und Agenturen und Publisher tun sich ebenso keinen Gefallen, wenn sie die falsche Werbeform einbuchen. Es gibt soviele tolle Werbeformen die wesentlich leichter einzupflegen sind. Brandings etwa, Video-Spots oder Vorschaltseiten um nur einige zu nennen. Man sollte vielleicht lieber auf solche Werbeformen zurückgreifen anstatt auf Biegen und Brechen US-Formate einführen zu wollen die hier nur selten funktionieren.

Darüber hinaus sollte man auch endlich mal dazu übergehen sich auch die Reportings anzuschauen die einem zugesendet werden. Wenn die halbe Kampagne im Forum ausgeliefert wurde, dann braucht man sich nunmal nicht zu wundern wenn die Klickrate miserabel ist. So einfach ist das.

Mittwoch, 2. April 2008

Willkommen

Hallo und willkommen auf meinem Marketing-Blog! Hier soll sich in Zukunft alles um das Thema "Klassisches Online-Marketing im Videospielebereich" drehen. Ich werde zunächst einmal Webseiten analysieren, Tipps geben, wo man werben sollte und wo nicht, über Fehler aufklären, die gemacht werden.

Ich möchte euch nun in aller Kürze erklären, warum die Welt gerade diesen Blog braucht.

Warum dieser Blog?
Als Marketing-Manager bei einem internationalen Spielepublisher habe ich tagtäglich mit Webseiten und deren kruden Zahlen zu tun. Millionen von Page Impressions, Unique Visitors, Hits, Visits ... AGOF, Alexa, IVW, Google Analytics ... mit Netzwerk oder ohne, mit User-generierten Inhalten oder nicht, mit Browserspielen oder nicht. JEDER schreibt etwas anderes, sagt etwas anderes, macht irgendwas anders. Es wird geschummelt, gemauschelt, getrickst, immer mit dem einen Ziel, größer zu sein als der andere.

Als Produktmanager oder PR-Manager kann man bei diesen Zahlen schon durcheinander kommen. Immer wieder höre ich von Kollegen, daß die Zahlen intransparent sind, man nicht so recht weiß, wo man die Werbung schalten sollte, wen man auf Events einlädt und auf wen man verzichten kann. Früher war es einfacher. Da gab es nur Print, da war die Verteilung einfacher. Auch da wurde mitunter getrickst, aber die Möglichkeiten waren doch deutlich beschränkter. Das ist heute anders.

Weil ich selbst jahrelang viel zu wenig Einblick in diese Thematik hatte und genau weiß, wie schwer es ist, in diesem Bereich auf dem Stand der Dinge zu sein, soll dieser Blog ENDLICH Aufschluss geben. Es geht mir nicht um den privaten Vorteil, ich werde nicht bezahlt noch strebe ich das an. Mein Gehalt ist gut, ich kann man nicht beklagen. Mir geht es darum, Kollegen innerhalb der eigenen Firma, aber auch von anderen Unternehmen zu zeigen, wo wie getrickst, damit alle von euch in Zukunft die Tricks kennen. Das führt dann, so hoffe ich es jedenfalls, langfristig gesehen irgendwann zu mehr Ehrlichkeit, zu transparenten Zahlen, kurzfristig aber zumindest dazu, daß innerhalb der Branche besser gearbeitet werden kann.

Wer bist du?
Die Frage aller Fragen. Aufgrund der Thematik und der vielen, vielen Euros, die in der Online-Branche erwirtschaftet werden, möchte ich meinen Namen lieber nicht preisgeben. Nicht, daß ich Angst um meinen Job hätte. Da ich aber hier durchaus bereit bin, ordentlich zu kritisieren, könnte ich bestehende Geschäftsbeziehungen im schlimmsten Fall verschlechtern, zumindest würde das einiges beeinflussen. Da man gerade in diesem Bereich viel in direkten Gesprächen erfährt, möchte ich natürlich verhindern, daß mir diese Informationsquelle versiegt.

Was ich sagen kann: Wie bereits erwähnt, arbeite ich in der Marketingabteilung eines bekannten internationalen Spielepublishers. Ich bin Mitte 30, habe BWL in München studiert und arbeite schon seit mehreren Jahren in der Branche. Wer mich kontaktieren will, darf das gerne unter publisher_blog@live.de

Und nun viel Spaß bei der Lektüre!